Ein beeindruckendes Buch, das Pflichtlektüre zum Thema "Anderssein" sein sollte.

Autisten gelten im Allgemeinen als Menschen, die von ihrer Umwelt vollkomen isoliert sind und denen es schwerfällt, mit Anderen zu interagieren. Trotzdem weisen viele Autisten hohe intellektuelle Fähigkeiten auf, die sie jedoch in ihrem Leben nicht einsetzen können. Tito, ein indischer Junge, beschreibt in diesem Buch nun seinen eigenen Weg; wie er als Autist buchstabieren und schreiben lernt und so eine Möglichkeit findet, seinen unglaublichen verbalen Fähigkeiten Ausdruck zu verleihen. Mit neun Jahren klingen seine Texte wie die intimen Tagebuchaufzeichnungen, in denen ein Erwachsener seine Kindheit reflektiert. So treffgenau sind seine Formulierungen und so tiefgreifend seine Selbstreflexion.

Der Tag, an dem ich meine Stimme wiederfand ist ein extrem faszinierendes Buch. Es ermöglicht den detaillierten Einblick in eine Gedankenwelt, die alles andere ist als normal. Tito kämpft damit, seinen Körper wahrzunehmen, seine „Stimme zu finden“ und den Kontakt mit anderen Menschen aufzunehmen. Jede Änderung und jede Ungewissheit bedeutet für ihn eine Tortur, doch seine Mutter und verschiedene Therapeuten und Lehrer finden nach und nach Wege, die ihm neue Türen in die Welt der Anderen öffnen. Tito erscheint dabei als eigentlich ganz normaler und sehr sympatischer Mensch, bei dem die Verbindung zwischen Geist und Körper irgendwie anders ist, als bei den „normalen“ Menschen.

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