Der Spekulant (Free to Trade)

(Goldmann 1997, 414 Seiten, 3-442-43030-5)

Spannender, intelligenter und mega-rasanter Wirtschafts-Thriller.

Paul Murray ist ein junger Börsentrader in einer kleinen, aber feinen Vermögensverwaltungsgesellschaft in London. Er ist zuständig für den Handel mit Anleihen, die in US$ notiert sind. Er ist noch recht neu in dem Job, hat sich aber in der Firma schon Repekt erarbeitet und liebt seine Arbeit. Außerdem hat er auch ein Auge auf seine attraktive Kollegin Debbie geworfen. Plötzlich wird Debbie aber tot aus der Themse gefischt und als Paul sich die Unterlagen auf ihrem Schreibtisch ansieht, stoßt er auf einige Unregelmäßigkeiten in einer Anleihe, in die seine Firma 20 Millionen US$ investiert hat: Die angegebene Bürgschaft für die Anleihe existiert nicht und auch die emittierende Bank weiß nichts von einer solchen Anlage. Schnell findet Paul eine Verbindung zu Cash Callaghan, dem prominentesten Verkäufer einer großen amerikanischen Investmentbank. Steckt er hinter dem groß angelegten Betrug? Auch seine sich anbahnende Beziehung zu Cathy, Cashs Assistentin beschwört einige Probleme herauf.

Mit Der Spekulant ist Michael Ridpath ein fulminanter, intelligenter Thriller aus der Welt der Hochfinanz gelungen. Ohne viele Umschweife zieht er den Leser schon in den ersten Zeilen in den schnellen Rhythmus und das Risiko dieser Welt hinab und lässt ihn erst am Ende völlig erschöpft wieder in die reale Welt zurückkehren. Dabei sind die Figuren sehr glaubwürdig und die Handlung weitestgehend sehr glaubwürdig. Dies erkauft er sich allerding mit allerlei Fachtermini aus dem Börsenbereich, die bei nicht entsprechend vorgebildeten Lesern an einigen Stellen das Verständnis erschweren könnten. Doch die technischen Details sind für die Handlung nicht unbedingt relevant und auch recht sparsam eingesetzt. Einizges wirkliches Manko des Romans ist das Ende. Erst realisiert Paul Murray gegen Ende noch, dass niemand ihm glauben werde und entwickelt einen ausgefuchsten Plan, um trotzdem alles auflösen zu können. Aber da sein Plan im Geheimen abläuft kann er ihm nicht helfen, vor der Polizei glaubwürdiger zu werden und trotzdem glauben sie ihm sofort. Hier hätte Ridpath vielleicht noch einen weiteren kleinen Kunstgriff von Paul Murray einfügen sollen. Ansonsten ist Der Spekulant sicherlich nicht nur für angehende Banker eine fesselnde und spannende Lektüre.

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