Der Schwarm

(Kiepenheuer & Witsch 2004, 998 Seiten, 3-462-03374-3)

Genialer, intelligenter und spannender Wissenschaftsthriller.

Das Meer erhebt sich gegen den Menschen. Vor der kanadischen Küste werden Schiffe von Walen angegriffen, eine Invasion mutierter, hoch giftiger Quallen legt in Australien Strandtourismus und Fischerei lahm, Muschelschwärme blockieren die Ruder von Frachtschiffen und Millionen seltsamer Würmer beginnen das auf dem Meeresboden gebundene Methan zu zersetzen. Anfangs werden diese Ereignisse noch als zufällige Ansammlung von Einzelphänomenen verstanden, aber einige Forscher darunter Sigur Johanson glauben nicht an einen Zufall. Als dann ein gewaltiger, von den Würmern ausgelöster, Tsunami große Teile Nordeuropas überflutet sammeln die Vereinigten Staaten Wissenschaftler, Geheimdienstler und Diplomaten aus allen Ländern in einem abgelegenen Chateau um die Ursache dieser Katastrophen herauszufinden. Dabei rückt bald eine seltsame, intelligent erscheinenen gallerte Masse in den Mittelpunkt des Interesses.

Der Schwarm ist schon seit Monaten ständiger Gast in den deutschen Bestsellerlisten, und dies vollkommen zurecht. Wer die Romane von Dan Brown wegen ihrer spannenden Erzählweise und den gut recherchierten Hintergründen mag, der wird Schätzings Mammutwerk lieben. Schätzing gelingt es, eine spannende glaubwürdige Handlung mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu kombinieren und präsentiert dies mit einer sehr präzisen, aber trotzdem sehr schön zu lesenden Sprache und glaubwürdigen und vielschichtigen Charakteren. Wer jetzt an die eierlegende Wollmilchsau der Thriller denkt, kommt meinem Eindruck von Der Schwarm schon sehr nahe. Insbesondere die wissenschaftlichen Hintergründe sind absolut genial in die Handlung eingewoben. Zwischendurch kommt es zwar immer mal wieder zu wissenschaftlichen Monologen, aber diese sind immer gut zu lesen und einfach zu verstehen. Wer sich also auch nur Ansatzweise für Wissenschaftsthriller erwärmen kann, dem sei Der Schwarm mit allem Nachdruck empfohlen, eine derartig geniale Mischung aus Dan Brown, Michael Chrichton und Tom Clancy ist mir noch nicht untergekommen.

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