Der Schamane (Shaman)

, Teil 2

(Knaur 1995, 714 Seiten, 3-426-36058-3)

Würdiger Nachfolger des Medicus, aber nicht ganz so farbenprächtig.

Robert J. Cole ist ein Nachfahre des berühmten Medicus Rob Cole. Er beschließt jedoch, die schottische Heimat zu verlassen und sein Glück in der neuen Welt zu suchen. Mitte des 19. Jahrhunderts macht er sich auf die beschwerliche Reise über den Atlantik. Nachdem er sich einige Zeit in Boston als Armenarzt und Universitätsassitent durchgeschlagen hat, zieht er nach Osten an den Mississippi um sich dort neben seiner Tätigkeit als Arzt auch als Schafzüchter zu betätigen. Mit der Unterstützung von Nick Holden, dem Bürgermeister der kleinen Gemeinde Holden’s Crossing erwirbt er ein gutes Stück Land, stellt einen Knecht ein und beginnt sein neues Leben als Landarzt und Farmer. Nach einiger Zeit lernt er Sarah kennen, die bald seine Frau wird und ihm einen Sohn gebärt. Der Familientradition zufolge wird er Robert getauft. Allerdings verliert er nach einer starken Infektion das Gehör. Sein Interesse an der Arbeit seines Vaters ist jedoch riesig und gegen alle Widerstände nimmt er den Kampf um ein Medizinstudium auf. Dann beginnt auch noch der amerikanische Bürgerkrieg.

Der Schamane ist der direkte Nachfolger von Gordons Welterfolg Der Medicus. Wieder beschreibt er die Geschichte eines Arztes, der sich in einer fremden Welt etabliert. Wieder stellt Gordon das Neuartige und den Kampf des Arztes um einen Wandel in der Medizin seiner Zeit dar und wieder fügt er einige mystische und religiöse Bezüge in die Medizin ein. Auch geschichtliche Ereignisse bindet er passend und glaubwürdig in seine Geschichte ein. Die Charaktere sind vielschichtig und glaubwürdig und gleiches gilt für die Handlung. Es gelingt Gordon aber leider nicht so wie im Medicus, dem Leser die Welt in der die Handlung spielt vor Augen zu führen. Es fehlt ein wenig die Exotik und die Dynamik, die den Vorgängerband zu einem der besten historischen Romane gemacht haben.

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