Der Richter (The Judge)

, Teil 4

(Putnam 1995, 389 Seiten, 0-399-14043-3)

Spannender Gerichtsroman, nicht ganz im Stil Grishams.

Strafverteidiger Paul Madriani, Hauptfigur in mehreren Romanen Martinis, hätte es sicht nicht träumen lassen, dass er einmal einen Richter verteidigen würde, und dann auch noch Armando Acosta, für seine Unnachgiebigkeit „die Kokosnuss“ genannt. Acosta wurde als angeblicher Kunde einer angeblichen Prostituierten verhaftet, und erst komplizierte Umstände führen dazu, dass Paul ihn verteidigt. Acosta ist nicht gerade sehr kooperativ und macht sich durch sein Verhalten nur noch verdächtiger, doch Paul ist von seiner Unschuld überzeugt. Als die einzige Belastungszeugin, die als Prostituierte undercover arbeitende Polizistin, bei der der Richter verhaftet wurde, brutal ermordet wird, sieht der Fall für Acosta nicht besser aus – jetzt ist er auch Hauptverdächtiger in einem Mordfall.

Ein bisschen riecht ein Gerichtsroman mit einem Anwalt als Hauptfigur ja nach John Grisham, aber von einer platten Kopie ist Martini weit entfernt. Gleich auf der ersten Seite fällt ein ungewöhnlicher Schreibstil auf: nicht nur ist der Roman aus der ich-Perspektive der Hauptfigur Paul geschrieben, er beschreibt die gesamte Handlung zudem in der Gegenwart. Dies gibt der Handlung eine zusätzliche Dynamik, die jedoch nicht in Hektik ausartet, sowie eine persönliche Note, was mit Paul als Witwer und alleinerziehendem Vater noch unterstrichen wird. Die Handlung von The Judge ist gut durchdacht, und der Autor hat einen spannenden und flüssig lesbaren Roman daraus geschrieben.

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