Spannende Kriminalgeschichte hinter mittelalterlichen Klostermauern - herausragender, unbedingt lesenswerter Roman.

m Italien des 14. Jahrhunderts kommt es in einer düsteren Abtei zu einem unerklärlichen Todesfall. Der gelehrte Franziskanermönch William von Baskerville wird beauftragt, zusammen mit seinem Adlatus Adson von Melk diesen Fall zu untersuchen, nicht zuletzt, da in der Abtei in Kürze eine größere theologische Diskussion ansteht und der Abt nicht Leute des Papstes bei dieser Untersuchung dabei haben möchte. Bei Ihren Nachforschungen stoßen William und Adson auf einige skurrile Gestalten und auch aus weiteren Todesfällen werden sie nicht schlau. Es dreht ich immer wieder um die geheimnisvolle Bibliothek der Abtei, deren Geheimnisse jemand um jeden Preis bewahren will.

Als erstes fällt bei Der Name der Rose die interessante Perspektive auf: als alter Mann schreibt Adson, wie er als junger Mönch seinem Meister William bei dessen Untersuchungen hilft. Wie auch später in Baudolino unterstützen diese subjektive Perspektive und die zwischen die eigentliche Handlung eingestreuten Kommentare die an sich schon spannende Erzählung. Die chronologische Einteilung in sieben Tage, jeweils am Tagesablauf des Klosterlebens orientiert, unterstreicht noch einmal den Ort der Handlung, eben ein mittelalterliches Kloster, ein ausgesprochen interessanter Ort für eine Kriminalgeschichte mit einem „Sherlock Holmes“ in Mönchskutte. Trotz seiner über 600 Seiten und einiger Längen, als Adson seine Eindrücke beim Betrachten eines Kirchenportals oder den Disput über das Lachen beschreibt, wird Der Name der Rose an keiner Stelle langatmig und kommt immer wieder auf die geheimnisvolle Bibliothek als zentralen Ort der Abtei und deren Zusammenhang mit den Morden zurück. Insgesamt ist Der Name der Rose eines der besten Bücher, die ich bisher gelesen habe, und neben einer Verarbeitung zu einer Mickey-Mouse-Geschichte auch hervorragend stimmungsvoll verfilmt worden.

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