Der magische Zirkel ist zwar ein spannend geschriebenes Buch, welches aber durch seine sehr verworrene Handlung stark abgewertet wird und dem Buch Das Montglane Spiel derselben Autorin nicht das Wasser reichen kann.

Ariel Behn ist Expertin für nukleare Abfälle. Als ihr Cousin Sam stirbt, wird sie zu seiner Alleinerbin. Sie erbt von ihm einen Stapel Manuskripte, die er von seiner Mutter geerbt hatte. Kurz darauf muss sie mit einem österreichischen Kollegen auf eine Dienstreise in die UdSSR. Diese Reise ist von ihrem Chef, dem Pod (Prince of Darkness ), eingefädelt worden. Da sie von ihrem Cousin erfahren hat, dass die Manuskripte sie gefährden könnten, nimmt sie diese mit auf die Reise. Unterwegs plant sie Treffen mit einigen Verwandten ein, um mehr über diese Dokumente zu erfahren. Sie erfährt unter anderem, dass alle vier Kinder ihrer Ur-Großmutter einen Teil der Dokumente geerbt haben. Sie besitzt nun die Teile von ihrer eigenen und von Sams Großmutter. Außerdem erfährt sie noch, dass die Verhältnisse in ihrer Familie ganz anders sind, als sie bisher dachte. So tauchen auf einmal Halbgeschwister auf, und sogar eine Verbindung ihrer Familie mit Adolf Hitler kommt ans Tageslicht. In ihrem Versuch, mehr über die Manuskripte zu erfahren, verwickelt sie sich in ein mörderisches Spiel, bei dem Gut und Böse ständig wechseln.

Dies gibt die Handlung des Buchs bereits sehr detailliert wieder. Von den 13 Gegenständen, die laut Klappentext das Schicksal der Menschheit bestimmen können, ist nur sehr selten die Rede. Vielmehr konzentriert sich die Autorin auf die Familiengeschichte Ariels. Dabei scheint diese anfangs noch recht eindeutig, doch schon bald wird der Leser durch ein unübersichtliches Labyrinth durch die Geschichte dieser Familie geführt. Die Haupthandlung macht den Eindruck, als diene sie nur dazu, Ariel mit denjenigen zusammentreffen zu lassen, die ihr eine neue Geschichte über ihre Familie erzählen. Dabei ist auch nicht jede dieser Erzählungen wahr. Dadurch wird dem Leser in diesem Labyrinth die Orientierung noch mehr erschwert. Man hat manchmal sogar den Einruck, dass die Autorin selber den Überblick verliert und der Protagonistin zwei Väter zuweist. In einer Handlungsebene, die im Jahre 32 v. Chr. spielt, beschreibt die Autorin die Geschichte der Jünger Jesu kurz vor und nach seinem Tod am Kreuz. Diese Ebene steht in keiner wirklichen Verbindung zur Haupthandlung. Da sie noch nicht einmal interessant geschrieben ist und ebenfalls sehr verworren daher kommt, hätte man sie genauso gut auslassen können, da sie nur den Lesefluss hemmt. Da die Autorin es versteht, Spannung aufzubauen, hält sie den Leser gut bei der Stange. Ihre Beschreibungen sind plastisch und die Personen wirken gut charakterisiert, bloß bei der Vergangenheits-Ebene ist ein starker Abfall zu bemerken. Das Ende des Buches ist sehr unbefriedigend. Die Autorin lässt ihre Personen über 400 Seiten nach den Manuskripten jagen, um deren Entschlüsselung und Übersetzung dann auf knapp 50 Seiten abzuhandeln. Dabei ist dieser Teil sehr auf die griechische Mythologie und die Geschichte des Christentums konzentriert. Hier konstruiert die Autorin Verbindungen zwischen Namen, Orten und Symbolen, die für mich nur in den seltensten Fällen nachvollziehbar waren. Als Beispiel sei hier nur der Begriff des „Äon“erwähnt. Ein „Äon“bezeichnet ein Zeitalter, der Geschichte der Welt. Hier konstruiert sie z.B. folgenden Zusammenhang: 1789 wurde das Uran entdeckt, welches nach dem siebten Planeten unseres Sonnensystems, dem Uranus, benannt worden ist. Da dieser Plantet das Symbol des ächsten Äons sein soll, muss dieses im Jahre 1789 begonnen haben. Diese Zusammenhänge mögen in der Astrologie eine Begründung finden, allerdings sind sie für Otto Normalleser nur schwer verständlich. Es ist sehr schade, dass es Katherine Neville nicht gelungen ist die an sich sehr gute Idee angemessen umzusetzen. Daraus hatte sicherlich auch ein wirklich gutes Buch werden können

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