Insgesamt ein recht interessanter Bericht, der mir jedoch häufig etwas langatmig vorkam.

1998 wurde im Auktionshaus Christie’s ein zerfleddertes Gebetbuch aus dem Mittelalter versteigert. Es erzielte über 2 Millionen US-Dollar, denn unter den mittelalterlichen Gebeten waren bis dahin nicht entzifferte Schriften des antiken Archimedes verborgen. Archimedes‘ Schriften und Zeichnungen hatte man im Mittelalter vom Pergament abgeschabt, um es wiederbeschreiben zu können. Netz und Noel bekommen das Palimpsest vom Käufer zur Verfügung gestellt, um mit Hilfe moderner Technik die alten Schriften wieder lesbar zu machen. Auftretende Lücken versuchen sie zu schließen, in dem sie durch den Mittelmeerraum reisen und nach anderen Originalquellen suchen.

Der Kodex des Archimedes ist ein recht interessantes populärwissenschaftliches Buch. Der Leser lernt hier einiges über die Arbeitsweise zweier Wissenschaftler bei ihrer Aufgabe, ein überschriebenes antikes Werk zu rekonstruieren. Gleichermaßen geligt es den Autoren, die Inhalte einigermaßen verständlich zu machen.

Interessant zu lesen fand ich insbesondere die Beschreibung, wie handwerklich mit dem alten Pergament umgegangen wurde, um es zu konservieren und ihm dann die alten Schriften zu entlocken, wenn auch an einigen Stellen durchklang: „früher wurden Bücher zum Teil falsch behandelt, aber die heutige Technik ist perfekt“. An den Stellen, wo die Autoren den Einsatz digitaler Bildgebung und die Bearbeitung am Rechner beschreiben, hat man teilweise den Eindruck, dass sie diese Technik nicht genau verstanden haben.

Insgesamt ein recht interessanter Bericht, der mir jedoch häufig etwas langatmig vorkam. Den Versuch, hier ein Sachbuch mit einer spannenden Handlung zu kombinieren, fand ich nur mäßig geglückt.

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