Soziologisch äußerst spannend, Atmosphärisch leider recht schwach.

Auch im fünften Band des Pelbar-Zyklus verlässt sich Williams auf das altbekannte Schema: Diesmal ist es Stel, dessen Tochter bei einer Testfahrt des ersten Dampfschiffs von den aus Band 1 wohlbekannten Tantal entführt wurde, der seine Heimat verlässt, um sich in der ferne in verschiedene Abenteuer zu stürzen. Dabei rüttelt er an den Grundfesten einer Gesellschaft, die sich durch ein rigides Glaubenssystem auszeichnet und ihren Wohlstand zu großen Teilen auf den Einsatz von Sklaven begründet. So versucht er, die Sklaven der Tantal-Hauptstadt Ginesh zu befreien und ihnen in Nordwall eine neue Heimat zu bieten.

Obwohl Williams das Handlungsschema des Zyklus mittlerweile zum fünften Mal mit nur geringen Abweichungen einsetzt, kann auch Der Hinterhalt der Schatten durchaus überzeugen. Er schildert eindringlich, wie Glaubenssysteme durch den Einsatz von Gehirnwäsche und starre Regeln aufrecht erhalten werden können. So wird Stels Tochter Raydi von den Tantal so ausdauernd und wirkungsvoll bearbeitet, dass sie sich im Laufe des Buchs immer mehr zu einer Tantal entwickelt und sich schließlich sogar gegen ihre Befreiung und ihren Vater wehrt. Auch der Rüstungswettlauf zwischen den Tantal und den Pelbar, der schließlich in einer Schlacht an der Portage gipfelt, gibt dem Buch ein spannendes Thema, das den Leser bei der Stange hält.

Leider kann Der Hinterhalt der Schatten aber auch mit den typischen Schwächen des !s-Pelbar-Zyklus-s! aufwarten. So fehlt auch hier wieder das letzte Quäntchen Atmosphäre, das es dem Leser erlauben würde, ganz in Williams‘ Welt abzutauchen. Man bleibt trotz der spannenden konstruierten Handlung merkwürdig distanziert und kann sich nicht wirklich mit den Charakteren und den geschilderten Situationen identifizieren. Mir schien es ein wenig, als würde Williams die Breite seines Romans vernachlässigen und die Handlung vorantreiben, ohne sich Zeit dafür zu nehmen, die Szenen detaillierter zu zeichnen und bewusst eine spannende Atmosphäre zu schaffen.

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