Spannende und vor allem geschichtlich interessante Gaunergeschichte aus dem England des 19. Jahrhunderts.

Im viktorianischen England plant 1854 ein Mann einen großen Coup. Er nennt sich Edward Pierce, bewegt sich in der feinen Gesellschaft Londons, und bereitet dabei seinen Plan vor: während eines Eisenbahntransportes zwei Tresore um eine große Menge Gold zu erleichtern. Seine größte Schwierigkeit dabei ist, sich Kopien von den Tresorschlüsseln zu verschaffen, die an verschiedenen Orten sicher aufbewahrt werden. Dies ist nach 9 Monaten geschafft, und Pierce benötigt weitere drei Monate Vorbereitung für seinen Coup, der als der große Eisenbahnraub in die Geschichte eingehen soll.

Wer bei diesem Buch nur einen Gaunerroman erwartet, wird von The Great Train Robbery möglicherweise etwas enttäuscht sein. Crichton hat nämlich eine etwas andere Erzählweise gewählt: im Groben schreibt er zwar einen chronologischen Roman, unterbricht diese Erzählung aber immer wieder. Einerseits durch Berichte, wie das gerade Geschehene später im Prozess verhandelt wird, andererseits durch interessante geschichtliche Anmerkungen der Bauart „an dieser Stelle sollte angemerkt werden“ – beispielsweise woher bestimmte sprachliche Ausdrücke kommen oder warum bestimmte Dinge, die dem Leser heute merkwürdig erscheinen mögen, damals ganz selbstverständlich waren.

Der Roman an sich ist eine äußerst spannende Schilderung, wie mit viel Liebe zum Detail der Raub vorbereitet wird. Die Spannung wird auch weder geschmälert durch die Vorblicke auf den Prozess (ganz im Gegenteil, denn der Leser erfährt über die eigentliche Handlung auch nicht wesentlich mehr, als dass Pierce später vor Gericht steht) noch durch die interessanten geschichtlichen Erläuterungen, die alleine das Buch schon lesenswert machen.

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