Der Alchimist des Kaisers

(Aufbau 2007, 470 Seiten, 978-3-7466-2325-2)

Statt Gold zu erschaffen, vernichtet der Alchemist Zeit: die des Lesers.

Im Jahr 1607 flüchtet Julius, Sohn des Kaisers, aus Prag, nachdem er morgens neben einer toten Frau aufgewacht ist, und zieht in die Burg von Kruman. Der dortige Betreiber des Badehauses findet just an dem Tag den jungen Flor, der sich in seinem Badehaus versteckt, und macht ihn zusammen mit seiner Tochter Markéta dem Grafen zum Geschenk.

Der Alchemist und angebliche Puppenmacher Herzilow, dessen Auftauchen dem Grafen geweissagt worden war, gibt sich als der Erschaffer von Flor aus, schließlich könne der nabellose Junge nur durch Magie entstanden sein. Meinung

So wirr sich diese Zusammenfassung der Handlung zu Beginn des Romans liest, so merkwürdig geht es dann auch weiter.

Der Versuch des Autors, einen historischen Roman mit Machtkämpfen und Intrigen des Adels, einer Liebesgeschichte und einem suspekten Alchemisten zu schreiben, scheint mir gründlich misslungen. Während sich die Erzählung zwar einigermaßen flüssig liest, lässt sie leider Spannung und interessanten Inhalt vermissen.

Ob es Gößling gelingt, sich in der zweiten Hälfte des Romans noch zu steigern, kann ich nicht beurteilen – nach 260 von 470 Seiten wurde mir meine Zeit zu schade für dieses Buch, das ich als „preisreduziertes Mängelexemplar“ gekauft hatte. Macken waren dem Taschenbuch nicht anzusehen, so bleibt mir nur, diesen Stempel auf den Inhalt zu beziehen.

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