Unterhaltsame Schilderung der wichtigsten Experimente zu menschlicher Rationalität - allerdings ohne übergreifenden Rahmen.

Wir Menschen haben ein ziemlich positives Bild von uns selber: Wir glauben, dass wir wissen, was wir wollen, dass wir so Leben, wie es unseren Wünschen entspricht und das wir in der Lage sind, objektiv zwischen Vor- und Nachteilen unterschiedlicher Entscheidungsmöglichkeiten abzuwägen. Mit seinem Buch Denken hilft zwar, nützt aber nichts schickt sich Dan Ariely an, dieses Menschenbild zu erschüttern. Auf knapp 300 Seiten schildert er zahlreiche Mechanismen, die eben dafür sorgen, dass wir (objektiv gesehen) schlechte Entscheidungen treffen, uns von irrelevanten Kleinigkeiten beeinflussen lassen und ganz allgemein nicht sonderlich gut darin sind, unsere Entscheidungsmöglichkeiten einzuschätzen.

Dazu hat Ariely alle wichtigen Experimente, die zu diesem Thema in den letzten Jahren und Jahrzehnten durchgeführt worden sind, zusammengetragen. Er beschreibt sie locker und unterhaltsam und hat damit ein Sachbuch geschaffen, das sich entspannt und schnell durchlesen lässt. Leider macht Ariely in dem Buch nicht viel mehr, als eben diese Experimente locker und unterhaltsam darzustellen. So erfährt man als Leser zwar viel über unsere vorhersagbare Irrationalität, das Wissen bleibt aber irgendwie fragmentarisch und anekdotisch. Es fehlt ein übergeordneter Rahmen, mit dem der Autor diese Einzelerkenntnisse zusammenführen und strukturieren könnte. Und so fehlt für diejenigen, die sich schon etwas länger mit dem Thema beschäftigen, eine neue Idee oder kreative Herangehensweise.

Für alle, die sich in diesem Bereich nicht auskennen, bieten sich die folgenden Vorträge von Dan Ariely als Einstieg in dieses spannende Gebiet an:

Buch bei Amazon kaufen

Kommentar abgeben