Meteor (Deception Point)

(Pocket Books 2001, 561 Seiten, 0-671-02738-7)

Fesselnder Roman, der beschreibt, wie ein Meteorit den US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf auf den Kopf stellt.

Rachel Sexton arbeitet als Analystin für das Weiße Haus, sie schreibt Zusammenfassungen von Geheimdienst-Berichten. Ihr Vater, Senator Sexton, ist wie der alte Präsident ebenfalls Kandidat für die in Kürze anstehenden Wahlen, sein wichtigstes Wahlkampfthema ist die NASA und deren viel zu hohe Kosten. Da somit ein für den Präsidenten positiver Bericht Rachels besondere Glaubwürdigkeit besitzt, schickt dieser sie auf eine noch geheime NASA-Untersuchung in die Arktis, wo die Entdeckung des Jahrhunderts gemacht wurde: Tief im Eis wurde ein Meteorit gefunden – ein Meteorit, der fossile Insekten enthält. Die Entdeckung scheint wasserdicht, doch so kurz vor den Wahlen kommt sie für die NASA und den Präsidenten zu gut gelegen.

Browns dritter Roman Deception Point baut wie der spätere Da Vinci Code auf einer wilden Verschwörungstheorie auf. Fasst man diese zusammen, so klingt sie ziemlich abstrus – ein gefälschter Meteorit, um den Erfolg eines NASA-Projektes vorzutäuschen – aber der Autor schafft es, daraus eine fesselnde Geschichte um Wahlkampf, Machtkämpfe und die Präsentation einer wissenschaftlichen Entdeckung zu machen. Der Liste seiner Danksagungen nach scheint er dafür die Hintergründe auch gründlich recherchiert zu haben. Abgesehen vom Thema fand ich bei diesem Roman auch die Wahl der Hauptpersonen sehr interessant: Senator Sexton steht gewissermaßen im Zentrum, spielt aber eigentlich keine Hauptrolle – dies tun seine Assistentin und seine Tochter, die für die Gegenseite arbeitet. Fesselnde Spannung erzeugt Brown beim Leser nicht nur, indem er ihn im Laufe der Handlung immer wieder im genau richtigen Maß im Dunkeln lässt, sondern auch durch einen Prolog, der erst einmal für einige Zeit reichlich wenig Sinn macht. Die wesentliche Handlung von Deception Point läuft an nur einem Tag ab – ein Aufbau, den der Autor auch in anderen Romanen benutzt hat. Größtenteils unterstützt diese Dynamik die flüssige Handlung, nur teilweise lässt sie sie etwas hektisch werden.

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