Rasanter und anspruchsvoller Science-Fiction-Thriller.

Irgendwann in der fernen Zukunft: Die Seele und das Gehirn eines Menschen sind lokalisiert und domestiziert. Ein kleines Kästchen, in das Rückenmark eingesetzt, macht einen seelenlosen Körper („Sleeve“) zum Menschen. Reiche können ihren „Stack“ extern kopieren und sich so nach dem Tode wiederbeleben lassen. Auch interstellares Reisen stellt kein Problem dar: es werden nur die Daten aus dem „Stack“ übertragen und in einen Körper vor Ort „resleevt“. Tode werden daher in aller Regel lediglich als „organische Defekte“ bezeichnet, wird aber der „Stack“ zerstört, während kein externes Backup existiert, tritt ein „Realer Tod“ ein. Statt Gefängnissen wird der Stack von Kriminellen für Jahre oder Jahrzehnte „eingelagert“, um nach Verbüßung der Strafe in einem neuen Körper wiedergeboren zu werden.

Takeshi Kovacs ist Privatdetektiv, ehemaliges Mitglied einer militärischen Spezialeinheit und verurteilter Verbrecher. Er wird von dem megareichen Laurens Bancroft aus seiner Haft herausgekauft und soll nun dessen eigenen Tod, ein vermeintlicher Selbstmord, aufklären. Schnell gerät Kovacs bei seinen Ermittlungen zwischen die Fronten und muss mehr als einmal um sein Leben fürchten. Dabei spielt auch die Polizistin Kristin Ortega, die den Fall Bancrofts sehr schnell als Selbstmord abgeschlossen hatte, eine wichtige Rolle.

Das Unsterblichkeitsprogramm ist ein rasanter Science-Fiction-Thriller. Mit atemberaubenden Tempo jagt Morgan den Leser durch die Handlung, die in einer Welt spielt, die der unseren sehr ähnlich und doch wiederum sehr fremd ist. Die Möglichkeit Körper und Geist zu trennen wirft nicht nur philosophische Fragen auf, sondern stellt auch die Gesellschaftsstrukturen vollkommen auf den Kopf. Eine solche Gesellschaft stellt Richard Morgan in seinem Buch dem Leser vor. Dabei gelingt es ihm aufgrund der Komplexität der Handlung nicht immer, die Hintergründe, die zum Verständnis wichtig sind, adäqut zu übermitteln, dies fällt jedoch nur selten wirklich negativ ins Gewicht. Was mich etwas mehr stört, ist die distanzierte Brutalität einiger Passagen und auch das Handeln der Charaktere ist in diesen Passagen nicht immer ganz nachzuvollziehen. Insgesamt ist die Handlung zwar sehr komplex, aber weitestgehend logisch und innerhalb der Welt nachvollziehbar. Die Charaktere sind zum allergrößten Teil sehr plastisch geschildert und ihr Handeln ist schlüssig und nachvollziehbar.

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