Das Sigma-Protokoll (The Sigma Protocol)

(St. Martins 2001, 535 Seiten, 0-312-27688-5)

Rasanter, aber recht flacher Spionageroman.

Ben Hartman ist, zum ersten Mal nach dem tragischen dortigen Unfalltod seines Bruders, zu einem Skiurlaub in der Schweiz. In Zürich sieht er einen Freund aus College-Zeiten, der prompt versucht, Ben zu erschießen. Ben flieht, und es gelingt ihm, dem Kugelhagel zu entkommen, jedoch sind binnen Minuten einige Passanten und auch der Schütze tot. Währenddessen ist Anna Navarro, Agentin der US-amerikanischen Justizbehörden, auf der Suche nach Zusammenhängen zwischen den zu natürlich aussehenden Todesfällen einiger älterer Männer, deren Namen in über 50 Jahre alten CIA-Akten auftauchen. Auch sie entgeht dabei nur knapp mehreren Anschlägen eines unsichtbaren Verfolgers. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Anna und Ben aufeinander treffen und bemerken, dass ihre einzige Chance in einer Zusammenarbeit besteht.

Das Geschehen zu Beginn des Romans [The Sigma Protocol] ist recht wirr, doch im Gegensatz zu beispielsweise Henning Mankell macht der Autor hier eine überzeugende Handlung daraus, und es ist gerade die ausschlaggebende Zutat für die fesselnde Geschichte. Ludlum startet mit zwei hauptsächlichen Handlungsfäden, an manchen Stellen durch nicht minder wichtige Nebenhandlungen unterbrochen, und es ist recht schnell klar, dass die beiden Hauptfiguren, Ben und Anna, irgendwann aufeinandertreffen werden. Doch bis dahin hat der Autor erstmal einige andere Überraschungen parat. Auf einen zweiten Blick wird die Spannung in dieser rasanten Handlung allerdings im wesentlichen von einer Leiche durchschnittlich ziemlich genau alle 20 Seiten gespeist, was nach einiger Zeit fast zwanghaft wirkt. Mit etwas weniger James-Bond-Action hätte man aus der recht guten Idee des Romans eine weniger flache Geschichte machen können.

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