La Prophétie des Pierres

(List 2004, 316 Seiten, 3-548-60440-4)

Gute Jugend-Fantasy von einer sehr vielversprechenden 13-jährigen Französin.

Jade, Ambre und Opale sind Mädchen in einer Fantasywelt. An ihrem vierzehnten Geburtstag erhalten sie alle eine seltsame Kugel geschenkt, zusammen mit dem Hinweis, dass sie sich um Mitternacht auf einer Wiese treffen sollen, um dort ihre gemeinsame Aufgabe enthüllt zu bekommen. Außerdem erfahren sie dort, dass ihre Eltern nicht ihre wirklichen Eltern sind, sondern dass sie zu ihrem Schutz weggegeben wurden. Bald schon merken die Mädchen, dass sie einen mächtigen Feind zu haben scheinen: den Rat der Zwölf, der mit eiserner Hand eine Art Sozialismus in dem Land durchsetzt. Auf ihrer Reise kommen sie in die Stadt Nathyrnn, deren Einwohner sie mit ihrer nun erwachenden Gabe von dem Bösen erretten können. Nach ihrer Flucht aus der Stadt gelangen sie zusammen mit den Einwohnern in die Mär ein sagenumwobenes Reich, in dem Träume Realität werden können. Dort machen sie sich auf die Suche nach dem Orakel von Oonagh.

Das Orakel von Oonagh ist ein typischer Jugend-Fantasy Roman, wie man schon viele gelesen hat. Eine Gruppe von Kindern macht sich auf eine gefährliche Reise um eine mysteriöse Aufgabe zu erfüllen. Dabei treffen sie auf viele Gefahren, denen sie nur durch Zusammenhalt, Freundschaft und Vertrauen begegnen können. Dabei ist die Handlung allerding äußerst orginell und Flavia Bujor wartet mit vielen guten Einfällen auf und überrascht den Leser immer wieder mit unerwarteten Wendungen. Die Schwachstellen des Romanes sind allerdings der Zusammenhalt und die Nachvollziehbarkeit der Handlung. Die Wendungen und Ereignisse kommen teilweise überraschend und wirken etwas lustlos aneinandergereiht. In die Fantasy-Handlung streut die Autorin kurze Abschnitte ein, in denen sie die letzten Stunden einen 14-jährigen Mädchens aus deren Perspektive beschreibt. Hier schreibt sie wirklich eindringlich und führt dem Leser die Gedankengänge und Gefühle des sterbenden Mädchens vor Augen, das sich die Fantay-Handlung erträumt. Das eigentlich Überraschende ist aber, dass Falvia Bujor gerade 13 Jahr alt war, als sie diesen Roman beendete. Berücksichtigt man das so liegt die Vermutung nahe, dass Bujor sich durch das Schreiben dieses Roman selber auch mit dem Thema Tod auseinandersetzt.

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