Am Ende dieses Buches schaute ich auf die Uhr und stellte mit Schrecken fest, dass es bereits mitten in der Nacht ist.

1790 muss das Kloster von Montglane aufgelöst werden, da ihm die Plünderung droht. Die Äbtissin verteilt daraufhin das mysteriöse Schachspiel Karls des Großen an verschiedene Novizinnen ihres Klosters. Diese sollen die Figuren, denen eine magische Kraft beigemessen wird, gut verstecken und verhindern, dass sie in falsche Hände gelangen. Jedoch beginnt Mireille, eine der Novizinnen, nachzuforschen und versucht, das Geheimnis des Spieles zu entdecken. Auf ihrem Weg begegnet sie zeitgenössischen Figuren wie Napoleon III. oder dem Mathematiker Leonhard Euler. Die zweite Handlungsebene spielt in den siebziger Jahren unseres Jahrhunderts. Die Unternehmensberaterin Katherine stößt auf einen mysteriösen Text, der sie auf die Spur des Schachspiels bringt. Ohne es zu bemerken wir sie zur Spielfigur in einem Jahrhunderte dauernden Schachspiel.

Das Montglane – Spiel ist ein Buch, bei dem es mir schwer fällt, es in eine Kategorie einzuordnen. Es enthält Elemente der Fantasy, des historischen Romans, aber auch des modernen Thrillers. Die Idee, die Handlung am Ende des Buches auf ein Schachspiel zu projizieren, ist mir bisher auch in noch keinem Roman begegnet. Eine genaue Erläuterung der positiven Aspekte dieses Romans würde den Rahmen hier sprengen, deshalb nur eine kurze Zusammenfassung: In der Vergangenheits – Handlungsebene gelingt es der Autorin vorzüglich, dem Leser ein Bild dieser Zeit zu vermitteln. Dadurch, dass sie bekannte Persönlichkeiten auftreten lässt, erzeugt sie einen gewissen „aha“- Effekt, der den Leser bei der Stange hält. Durch ihre detaillierten Beschreibungen gelingt es ihr, die Personen plastisch erscheinen zu lassen und sie ermöglicht es dem Leser sich mit ihnen zu identifizieren und ihre Motivation zu verstehen. In der Gegenwart beschreibt sie eine spannende Schnitzeljagd, die die Protagonistinnen bis in die Sahara führt. Aber einen kleinen Kritikpunkt liefert das Buch doch: Das Ende wirkt ein wenig aufgesetzt und manche Überraschung scheint dann doch sehr unmotiviert zu sein. Die finale Überraschung bildet jedoch ein gelungenes Ende eines genialen Buches.

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