Elinn konnte mit einem Raumanzug umgehen. Normalerweise. Niemand wurde auf dem Mars geboren und dreizehn Jahre alt, ohne mit einem Raumanzu umgehen zu können. Aber in diesem Moment hatte sie alles vergessen. Alle Vorsicht, und vor allem die Zeit die verging und ihren Sauerstoffvorrat verringerte.

Das ferne Leuchten

, Teil 1

(Bastei Lübbe 2004, 297 Seiten, 9783404243327)

  • TKKG im Weltall
  • Spannende Geschichte mit Anspruch (auch für Erwachsene)
  • Etwas oberflächliche Charaktere
  • Handlung zum Ende hin etwas unlogisch

Da es wohl noch bis zum Herbst dauert, bis endlich der neue Roman von Andreas Eschbach erscheint, habe ich mir jetzt einfach mal seine Jugenbuchreihe Das Marsprojekt vorgenommen.

Deren erster Band Das blaue Leuchten handelt von den vier Jugendlichen, die auf einer irdischen Marssiedlung geboren wurden und aufgewachsen sind. Der staubige und kahle Planet ist ihre einzige Heimat und so sind sie erschüttert, als eine Nachricht von der Erde verkündet, die Siedlung werde geschlossen und die Sieder müssten zu Erde zurückkehren. Die Kinder wollen den Verlust ihrer Heimat jedoch nicht hinnehmen und versuchen, die Schließung mit allen Mitteln zu verhindern. Als dann klar wird, dass eine von ihnen, Elinn, auf der Erde nicht überleben könnte, setzen sie alles auf eine Karte.

Das blaue Leuchen scheint nicht nur auf den ersten Blick ein wenig wie TKKG im Weltraum: Die vier Jugendlichen wollen sich nicht wie die Erwachsenen in ihr Schicksal ergeben, sondern ermitteln die Hintergründe der Schließung der Siedlung und versuchen sie mit allen Mitteln zu verhindern. Während sich der ferne Gegner in der Figur des Stationsvorstehers materialisiert, stehen ihnen andere Erwachsene wie ein irdischer Journalist, ein Medizin-Nobelpreisträger und der Stationsarzt helfend zur Seite.

Die Erzählung ist, wie von Eschbach nicht anders gewohnt, stringent und schnell. Dabei vergisst er aber nicht, der Handlung auch Anspruch und eine gewisse Tiefe zu verpassen. Leider bleibt die Schilderung der Figuren – ihrer Gefühle und Gedanken – ein wenig auf der Strecke. Untypischerweise wird auch die Handlung gegen Ende des Romans ein wenig unlogisch, hier hätte ich mir mehr Feinschliff gewünscht.

Buch bei Amazon kaufen

Kommentar abgeben