Critical Mass

(Putnam 1998, 437 Seiten, 0-399-14362-9)

Wer Grishams frühere Bücher mag, dürfte auch an Martinis Werken gefallen finden.

Jocelyn „Joss“ Cole hat genug von ihrer Arbeit und dem Leben als Anwältin in Los Angeles und zieht die nordamerkanische Ostküste hinauf auf eine ruhige Insel. Dort hat sie nicht viel zu tun, bis Geschäftsmann Belden mit einem dicken Scheck in ihrer Kanzlei auftaucht, weil auf der Insel eine Firma eröffnen will. Kurz darauf wird er als Zeuge vorgeladen, ist jedoch nervös und bittet Joss, ihn zu begleiten. Bevor sie jedoch herausfinden kann, worum es eigentlich geht, wieht sie Beldens Wasserflugzeug mit ihm an Bord explodieren. Währenddessen ist Gideon Van Ry, ein Nuklearexperte am Institute Against Mass Destruction auf der suche nach Atomwaffen, die seiner Datenbank nach aus einem Lager in der ehemaligen Sowjetunion verschwunden sind. Verschwunden, und – wie Gideon in dem sibirischen Lager herausfindet – mit falschen Papieren unterwegs zu einer Firma namens Belden Electronics. Das ist kein Zufall, und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis Joss und Gideon aufeinandertreffen und sich gemeinsam auf die Suche nach den verschwundenen Atomwaffen machen.

Im Gegensatz zu seinen Paul-Madriani-Romanen (The Judge und andere) hat Martini diesen Roman in recht klassischer Form geschrieben. Auch der Aufbau ist klassisch – zwei scheinbar unzusammenhängende Handlungsfäden werden parallel verfolgt und nach einiger Zeit zusammengeführt. Und das ist dem Autor gut gelungen. Critical Mass ist ein ausgesprochen spannender Roman, dessen Idee nicht extrem weit hergeholt ist und der mit dem 11. September 2001 eine erschreckende Aktualität bekommt. Gut gefallen an diesem Roman haben mir außerdem die ziemlich detaillierten Schilderungen der Handlungsorte – man merkt, dass es dem Autor Spaß macht, über seine Heimat zu schreiben. Ohne zuviel vorwegzunehmen lässt sich zumindest sagen, dass der Roman nicht so endet, wie man es unbedingt erwarten würde.

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