If she could not keep him safe, perhaps the next best thing was to teach him compentence at living dangerously.

Hervorragende Science-Fiction, die stark auf die Hauptfiguren fokussiert.

Der Vorkosigan-Zyklus von Lois McMaster Bujold gehört bereits zu den modernen Klassikern der Science-Fiction – zumindest im englischsprachigen Raum. In Deutschland ist die Reihe eher weniger bekannt, auch wenn, bis auf den neusten Band, alle Bücher hierzulande bereits erschienen sind. Der Kadett habe ich auch vor ein paar Jahren schon mal gelesen, fand es aber nicht so berauschend, dass ich mich nach den anderen Büchern der Reihe umgesehen hätte. Doch als der amerikanische Verleger Baen alle Bücher des Zyklus als kostenlose E-Books online gestellt hat, hat mein Sammlertrieb gewonnen und schwupps landeten die acht Sammelbände auf meinem Reader.

Cordelia’s Honor ist der erste dieser Bände und umfasst die Romane Shards of Honor und Barrayar. Beide erzählen die Geschichte der Eltern der späteren Hauptperson Miles Vorkosigan: Der Trupp seiner Mutter, der betanischen Astrokartografin Cordelia Naismith, wird während einer Expedition auf einem unbedeutenden Planeten angegriffen und nur Cordelia und einer ihrer Kollegen überleben. Schon bald treffen sie auf Aral Vorkosigan, einen barrayanischen Militär, der von seiner Mannschaft entmachtet wurde. Gemeinsam schlagen sie sich zu einem barrayanischen Stützpunkt durch und Aral kann das Kommando über sein Schiff zurückerobern.

Danach trennen sich ihre Wege zuerst, bevor sie sich ein halbes Jahr inmitten einer Schlacht wiederbegegnen. Am Ende dieser Schlacht, die die Barrayaner verlieren, begleitet Cordelia Aral nach Barrayar und wird seine Frau. Als der strebende Herrscher Vorkosigan dann als Vertreter für seinen noch minderjährigen Nachfolger einsetzt, geraten die beiden in ein politisches Ränkespiel, das in einen Bürgerkrieg ausartet. Und dann ist Cordelia auch noch schwanger…

Im Gegensatz zu Der Kadett hat mich diese englische Ausgabe von Cordelia’s Honor für den Vorkosigan-Zyklus gewinnen können. In Fan-Foren noch als die schlechtesten oder zumindest umstrittensten Bücher der Reihe angesehen, hat mich Bujold von ihrem Schreibstil und ihrer Art, eine Geschichte zu erzählen vollkommen überzeugt. In ihrer Erzählweise fokussiert sie sich völlig auf die beiden Hauptpersonen, ihre Gefühle und ihre Beziehung zueinander. Während der erste Band in erster Linie ein Abenteuer- und Kriegsroman ist, bietet sie dem Leser im zweiten einen tiefen Einblick in eine Gesellschaft, die durch militärisches Denken und einen sehr eigenen Ehrbegriff dominiert wird. Dabei gelingt es ihr anhand der Geschichte von Cordelia und Aral die Besonderheiten und Unterschiede der betanischen und barrayarischen Gesellschaften aufzuzeigen. Dadurch werden die äußeren und inneren Konflikte in diesem eher klassischen Romeo-und-Julia-Plot deutlich und konnten mich von Anfang an fesseln.

Für mich gibt es daher keine Frage, dass ich mir demnächst den zweiten Sammelband der Reihe, Young Miles, zu Gemüte führen werde.

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