Das zweite Gedächtnis (Code to Zero)

(Signet 2001, 452 Seiten, 0-451-20409-3)

Ein spannender und fesselnder, aber etwas schlicht geratener Thriller vom Erfolgsautor.

Luke wacht eines Morgens auf einer Bahnhofstoilette in der Washingtoner Union Station auf und kann sich an nicht erinnern. Er weiß nicht, wie er heißt, wo er herkommt, noch nicht einmal, was er am Abend zuvor gemacht hat. Nachdem er einige Zeit durch die Stadt geirrt ist, bemerkt Luke instinktiv, dass er verfolgt wird. Ihm gelingt es, seine Verfolger abzuschütteln. Irgendwie scheint er Erfahrung damit zu haben. Auf seiner weiteren Odyssee durch Washington wird er von einem Polizisten angegriffen, kann ihn aber überwältigen und fliehen. In einer Bibliothek findet Luke dann heraus, dass er Raketenmechaniker ist. Ob er etwas mit dem Satelliten zu tun hat, der am nächsten Tag als erster amerikanischer Satellit in den Erdorbit geschossen werden soll? Auf jeden Fall ist er am Tag zuvor Hals über Kopf aus Cape Canaveral nach Washington abgereist, das muss doch einen Grund gehabt haben. Dann trifft er auf Billie, seien Jugendliebe und langjährige Freundin, die ihm hilft, das Puzzle seiner Vergangenheit wieder zusammenzusetzen.

Code to Zero ist ein weiterer stringenter, spannender, aber auch einfacher Thriller aus der Feder von Ken Follett. Wie schon bei Die Kinder von Eden setzt Follett nicht auf epische Erzählbreite wie in The Pillars of the Earth (Die Säulen der Erde), sondern auf eine stringente, spannende Handlung. Dabei zeigt Follett, dass er nicht nur mittelalterliche Atmosphären aufbauen kann, sindern es auch versteht, den Leser an eine spannende Handlung zu fesseln. Dabei bedient er sich eigentlich ganz einfacher Mittel: Man nehme einen Wissenschaftler und ein großes Geheimnis, vermische es mit einer Portion Verschwörung und garniere das ganze mit einer Liebesgeschichte. Es ist aber erstaunlich, wie gut es Follett gelingt, dieses Rezept dem Leser vorzusetzen. Durch geschickt eingestreute Rückblenden erfährt der Leser mehr über die Protagonisten, ohne dadurch aber in der Handlung weiter zu kommen. So blättet man jedes Mal in der Hoffnung um, doch nun einen weiteren Mosaikstein präsentiert zu bekommen. Leider fällt die Auflösung des ganzen dann doch ein wenig flach aus und auch in der zugrundeliegenden Verschwörung hätte man Follett etwas mehr Kreativtät zutrauen können.

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