Interessante Perspektive auf eine merkwürdige Welt.

Der Chinesische Mandarin Kao-tai und sein Freund Dji-gu entwickeln im China des 10. Jahrhunderts eine Zeitmaschine, und Kao-tai will damit ins China des 20. Jhdt. reisen. Die Maschine berücksichtigte jedoch die Erdrotation nicht und so landet er nicht im Land der Mitte, sondern in München. Dort lernt er Herrn Shi-Shmi kennen, der ihn in das Leben der Großnasen einführt. Er lernt so fundamentale Dinge wie Autos und Zigaretten kennen und versucht, sie zu verstehen.

Mit dem Chinesen schafft Rosendorfer eine hoch interessante Figur in einer fremden Umgebung. Der hochgestellte Beamte muss sich plötzlich in einer Welt zurecht finden, die nicht nur nicht seinem Weltbild entspricht, sondern ihm in vielen Dingen sogar widerspricht. Der (für unsere Zeit) naive Kao-tai versucht, die Welt um ihn herum zu beschreiben, indem er die Dinge, die er sieht, mit Dingen aus seiner Zeit vergleicht. Auf diese Art kommen für uns recht befremdliche Bezeichnungen für alltägliche Sachverhalte zustande. So versteht er zum Beispiel die „kleinen rituellen Brandopfer“ einiger Großnasen nicht, die sie regelmäßig ihren Göttern darbieten. Dieser sonderbare Blick auf unsere moderne Welt macht Briefe in die Chinesische Vergangenheit nicht nur zu einem komischen, sondern auch zu einem nachdenklich stimmenden Buch, das man kaum mehr aus der Hand legen möchte.

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