Blut im Schuh

, Teil 2

(Bookspot 2005, 171 Seiten, 3-937357-11-4)

Solide Handlung, aber viel zu wenig Lokal-Atmosphäre.

Ein Mann liegt tot in einem Hotelzimmer in Trier. Er ist an das Bett gefesselt und ein Damenstrumpf ist um seinen Hals geschlungen. Komissarin Julia Brenner steht vollkommen neben sich. Der Mann hatte vor zwanzig Jahren vermutlich ihre Schwester umgebracht und sie war in der Mordnacht in seinem Hotelzimmer gewesen. Die Handschellen und der Strumpf stammen von ihr, doch sie kann sich nicht daran erinnern, den Mann umgebracht zu haben. Gleichzeitig erfährt Tatjana Szykman vom vermeintlichen Tod ihres Mannes und fürchtet, ihre Schwester könne ihn getötet haben.

Mit Blut im Schuh legt Ilse Goergen den Nachfolger von Genau sein Kaliber vor. Dabei versucht sie die Ängste einer Frau, die sich ihrer Vergangenheit nicht stellen will und befürchtet deshalb zum Mörder geworden zu sein. Diese Passagen sind dann auch die Besten in diesem Krimi. Die Handlung ist zwar an sich weitestgehend schlüssig, wirkt an einigen Stellen aber doch konstruiert und manche Zufälle einfach zu unwahrscheinlich. Auch die Charaktere wirken an einigen Stellen zu Schablonenhaft und entwickeln kaum Tiefe, was natürlich auch an der Küze des Buchs liegt. Der größte Kritikpunkt an diesem Moselkrimi ist jedoch das vollständige Fehlen von lokalen Bezügen. Die Geschichte könnte sich genausogut in Flensburg oder Freiburg abspielen. Jedoch schafft es Goergen immer wieder, die Spannung hochzuhalten und den Leser zum Dranbleiben zu motivieren. Dem Bookspot-Verlag sei an dieser Stelle dringend ein sorgfältigeres Lektorat empfohlen: Falsche Trennungen und fehlende Abstände zwischen Schauplatzwechseln führen immer wieder zu kurzfristigen Irritationen.

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