Blind Faith (Blind Faith)

(Black Swan 2007, 367 Seiten, 978-0-552-77390-4)

Für mich das 1984 oder das Schöne neue Welt des beginnenden 21. Jahrhunderts.

Irgendwann in der Zukunft: Blogs, soziale Netzwerke und Livestreams haben sich durchgesetzt und die Welt ist nur noch eine einzige Öffentlichkeit. Jeder kann jederzeit das Leben jedes Anderen beobachten und kommentieren. Wichtige Ereignisse wie die Geburt des ersten Kindes oder die Entjungferung werden gefilmt und ins Netz gestellt. Überhaupt jedes Ereignis wird nach außen getragen, und es besteht die soziale Verpflichtung, sich für das Leben Anderer zu interessieren. Regiert wird dieses England von einer religiösen Macht, die die Wissenschaft verleugnet und einem personifizierten Gott Allmacht zuschreibt. Als die kleine Caitlin Happymeal in diese Welt geboren wird, beginnt ihr Vater Trafford an dem System zu zweifeln und begeht ein Sakrileg: Er lässt seine Tochter impfen!

Ben Eltons Blind Faith ist für mich das 1984 oder das Schöne neue Welt des beginnenden 21. Jahrhunderts. Der Autor greift die momentan brennenden Themen wie die Klimaerwärmung und die Kreationismusdebatte auf und denkt sie genauso zu Ende wie das bereits beschworene „Ende der Privatsphäre. Er schafft eine beängstigend aktuelle Welt, über die er dermaßen selbstverständlich schreibt, dass einem immer wieder das Lachen im Hals stecken bleibt. An vielen Stellen versucht man, sich krampfhaft zu vergewissern, dass dies jetzt nur eine Satire ist und natürlich niemals so eintreten wird. Oder etwa doch?

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