Befehl von oben (Executive Orders)

, Teil 9

(Berkley 1997, 1358 Seiten, 0-425-15863-2)

Ein gelungenes Buch, für das man etwas Zeit benötigt - und man sollte sich nicht von vielen Abkürzungen aus dem militärischen Bereich abschrecken lassen.

Executive Orders schließt an Clancys Roman Debt of Honor an: kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den USA und Japan sind scheinbar beigelegt, und der Top-Agent, der daran maßgeblichen Anteil hatte, Jack Ryan, wird – nur für die Übergangszeit bis zu den nächsten Wahlen – zum Vizepräsidenten ernannt. Doch Minuten später bringt ein japanischer Kamikaze-Piot eine 747 auf dem Kapitol in Washington zum Absturz und tötet damit fast die gesamte amerikanische Regierung. Ryan, unerfahren in politischen Ämtern und im Umgang mit den Medien, ist plötzlich zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika geworden, und hat weder ein oberstes Gericht noch einen Kongress. Mit seinen unkonventionellen Methoden kommt Ryan zwar vorwärts, macht sich aber auch schnell Feinde. Zudem sieht er sich mit einer neuen Kampfansage konfrontiert: die nach einem Attentat auf den irakischen Diktator neu gegründete vereinigte Iranische Republik startet einen Angriff mit Ebola-Viren auf die USA.

Trotz der Länge von über 1350 Seiten wird Executive Orders an fast keiner Stelle langatmig. Die verschiedenen Handlungsfäden halten bis fast zum Schluss die Spannung aufrecht, insbesondere die Schilderung der Vorbereitung des Ebola-Angriffs und die Beschreibung des Angriffs selbst ist Clancy gut gelungen. Einzig die Luftkämpfe am Schluss des Romans hätten für meinen Geschmack kürzer ausfallen dürfen. Clancy ist hier schöne Kritik an der Realität des politischen Systems gelungen: den politisch unerfahrenen Ryan lässt er naiv, aber sehr effektiv an die Aufgabe herangehen, eine neue Regierung zu bilden – und zwar nach dem Tenor „Ich brauche keine Politiker, ich brauche fähige Leute, die etwas bewegen“.

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