Baudolino (Baudolino)

(Hanser 2001, 591 Seiten, 3-446-20048-7)

Auch für weniger geschichts-interessierte ein sehr lesenswerter, teilweise phantastischer Roman.

Baudolino, Sohn einer Bauernfamilie im Piemont, trifft 1154 als 13-jähriger auf Friedrich Barbarossa, ohne diesen jedoch zu erkennen. Durch seine Phantasie und seine Fähigkeit, Lügengeschichten zue erzählen, beeindruckt er Barbarossa so sehr, dass dieser ihn vom Fleck weg adoptiert und mit an seinen Hof nimmt. Baudolino begleitet Barbarossa als dessen Geschichtsschreiber mit zur Kaiserkröhnung nach Rom und anschließend mit auf seinen Kreuzzug. Er erlebt alles mögliche mit, und kennt sogar das Geheimnis um Barbarossas Tod – der unter mysteriösen Umstäden in einem verschlossenen und gut bewachten Zimmer eingetreten ist. Baudolino ahnt, wer Barbarossas Mörder sein könnte. Trotz allem setzen er und die weiteren Gefährten Barbarossas die Suche nach dem sagenumwobenen Reich des Priesterkönigs Johannes im fernen Orient fort.

Baudolino ist ein ungemein spannender Roman (wie von Umberto Eco auch nicht anders zu erwarten), der vom Beginn bis zur letzten Seite keine unnötigen Längen enthält. Wie auch schon in „Der Name der Rose“ hat der Autor die Perspektive des Erzählers sehr geschickt gewählt: Baudolino, der es Zeit seines Lebens mit der Wahrheit nicht so genau genommen hat, erzählt einem anderen Geschichtsschreiber seine Lebensgeschichte. Dieser hat so die Möglichkeit, Baudolino Rückfragen zu stellen und sich ein paar eigene Gedanken zum Erzählten zu machen. Der Leser hat so fast das Gefühl, diesen Gesprächen vom Nebentisch aus zuzuhören.

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