Mit diesem Buch möchte ich Sie auf ein Niveau bringen, auf dem Sie sich, Ihre Familie und Ihre Freunde richtig gut und mit Stil bekochen können, ohne viel Zeit investieren zu müssen. –Jamie Oliver

Jamies 30 Minuten Menüs (Jamie's 30 Minute Meals)

(Dorling Kindersley 2010, 288 Seiten, 9783831018345)

Erfahrene Köche lernen hier, sich besser zu organisieren. Nicht für die schnelle und einfache Küche.

In den letzten vier Wochen habe ich mich mit meiner Freundin durch das neue Buch von Jamie​ Oliver gekocht. Freundlicherweise von Lovelybooks und​ Dorling Kindersley zu Verfügung ​gestellt, ​bietet das Buch, ganz wie es das Cover verspricht, Jamies 30 Minuten Menüs. Der Anspruch ist einfach gestellt aber nicht leicht einzulösen: Komplette Menüfolgen mit meistens zwei Gängen, die nach dem Bereitstellen der Zutaten und dem Vorheizen des Ofens innerhalb von 30 Minuten servierfertig ​sein sollen. Dabei spannt Olilver ein weites Spektrum von einer „Schnellen Hackfleischpfanne“ über „Kalbsleber mit Speck“ bis hin zu ​“Rotem Thai-Curry mit Riesengarnelen“. Er präsentiert die diese Menüs nicht wie klassische Rezepte, sondern eher in Form einer Küchenchoreografie, in der man immer mal wieder an unterschiedlichen Komponenten arbeitet und dadurch die Zeit optimal nutzen kann. ​Wir haben von den 50 Rezepten fol​gende vier ausprobiert: ​“Hähnchenspieße, besondere Erdnusssauce, scharfer Nudelsalat und Obst mit Minzzucker„, „​Scharfe Salamipizza, dreierlei Salate, Kirschen- und Vanille-Mascarponecreme„, „Hähnchen und Tomaten aus dem Ofen, zerdrückte Bratkartoffeln, Rahmspinat und Erdbeer-Slush“ und dann noch „Superschnelle Hackfleischpfanne, ​Ofenkartoffeln, ein Traum von Salat und weiße Bohnen mit Speck„. Alle waren tatsächlich zu zweit relativ schnell zu schaffen, auch wenn wir die 30 Minuten nicht ganz erreicht haben, und bis auf die Salamipizza waren wir beide auch mit dem Geschmack sehr zufrieden.

Den Anspruch, relativ schnelle Menüs zu präsentieren, kann das ​Buch also auf jeden Fall erfüllen. Dabei sind diese Menüs jedoch keineswegs zwangsläufig leicht zu kochen oder mit einfachen, überall erhältlichen Zutaten zuzubereiten. Vielmehr schleichen sich ab und an richtiggehend Nobelzutaten in die Rezepte, die es schwierig machen, sie in den normalen Alltag einzubauen. Das sind dann trotz aller Geschwindigkeit eher vollwertige Festtagsmenüs. ​Die Menüs wirken jedoch allesamt clever zusammengesetzt und – wenn man alle Zutaten mögen würde – extrem appetitlich. Auch die Präsentation gelingt Jamie Oliver äußerst gut: Die Beschreibungen sind knapp aber präzise und beinhalten alles Nötige, während die Fotos einem so richtig das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Zusammen mit den Videos auf Jamies Homepage, ergibt sich ein lohnenswertes Gesamtpaket für Köche mit einer gewissen Erfahrung, die mal einen Eindruck davon bekommen möchten, wie sich auch umfangereichere Menüs durch eine gute Planung der Arbeit in kurzer Zeit zubereiten lassen. Es ist jedoch kein Buch für die „schnelle und einfache Küche“, wie man bei dem Titel eventuell auch vermuten könnte.

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