Alle Kritiken zu Wolfgang Hohlbein

Wolfsherz
 Wolfsherz

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Wolfsherz

(Bastei-Lübbe 1998, 685 Seiten)

Ein sehr gutes Buch, das nur deshalb keine 6 Punkte erhält, weil mir irgendwie das Gefühl der Genialität fehlt.

Hendrick Vandermeer ist Reporter für eine deutsche Tageszeitung. Als er einen Artikel über eine Essener Esoterik-Messe schreiben soll, bekommt er von einer Standbesitzerin einen mysteriösen Stein geschenkt. Doch schon kurz darauf will im jemand den Stein wieder abnehmen. Vandermeer gibt ihn aber nicht heraus.
Als er ihn dann einem Juwelier gibt, um etwas über seine Beschaffenheit und seinen Wert zu erfahren, kann ihm auch dieser nicht weiter helfen. Er verspricht aber, den Stein einem Freund zu schicken, der ihn sicherlich näher bestimmen könnte.
In der darauffolgenden Nacht wird der Juwelier umgebracht und in Vandermeers Wohnung eingebrochen.
Der Journalist ist ohne es zu wollen in Ereignisse herein geraten, die ihn bis nach Sibirien bringen und die die Zukunft der Welt mitbestimmen werden.

Die Rückkehr der Zauberer ist das erste Buch, was ich von Wolfgang Hohlbein gelesen habe und es wird sicherlich nicht das letzte bleiben. Der deutsche Autor schafft in seinem Buch eine Atmosphäre, die den Leser von Anfang an gefangen nimmt. Dadurch, dass er zu Beginn des Buches eine scheinbar zusammenhanglose Handlung einbaut schafft er es eine unglaubliche Neugier über den Zusammenhang zu wecken.
Mit seinen Personen erschafft er eine Welt, in der dem Leser lange nicht klar ist, wer denn nun eigentlich gut und wer böse ist. Vor allem über Wassili, den geheimnisvollen Drahtzieher, war ich mir lange nicht im klaren. Es gibt so viele Wendungen in diesem Buch, dass sich fast auf jeder Seite eine neue Lage für Vandermeer ergibt.
Überhaupt ermöglicht es der Autor dem Leser sehr gut, sich mit dem Journalisten zu identifizieren, der ohne eigenes Zutun immer tiefer in die Ereignisse verstrickt wird und am Ende sogar zum Retter der Zukunft wird.
Bei dem Titel des Buches hatte ich schon befürchtet, von übermenschlichen Kräften und magischen Ereignissen überschüttet zu werden. Allerdings halten sich diese Motive dezent im Hintergrund und wirken in keiner Weise aufgesetzt oder unglaubwürdig.

Wolfsherz

(Bastei-Lübbe 1997, 636 Seiten)

Solide, aber nur bedingt überzeugend.

Das Journalisten-Ehepaar Stefan und Rebecca Mewes fährt in das ehemalige Jugoslawien, um dort den Söldnerführer Barkow zu interviewen. Ihr Führer entpuppt sich jedoch als Agent, der Barkow töten soll. Als er seinen Auftrag ausgeführt hat müssen die drei fliehen und flüchten in das Tal, dass von den Einheimischen “”Wolfsherz”" genannt wird. Während die drei auf den Hubschrauber warten, der sie abholen soll, findet Rebecca ein einsames Kleinkind, dass von mehreren Wölfen umringt wird. Ohne zu überlegen greift sich Rebecca das Kind und nimmt es mit. Als der Hubschrauber ankommt werden sie auch von Barkows Männern entdeckt und beschossen. Schwerverletzt erreichen sie den Hubschrauber und kehren mit dem Kind nach Deutschland zurück.
Zurück in der Heimat begegnen den beiden seltsame Menschen: Ein blonder Mann, der die zuständige Beamtin vom Sozialamt zusammenschlägt oder die mysteriöse Sofia, die ihre Schwester zurück fordert. Neben alldem gehen aber auch mit Stefan merkwürdige Veränderungen vor sich.

Wolfsherz ist eine Mischung aus klassischem Verfolgungs-Thriller und Wehrwolf-Roman. Dabei gelingt Hohlbein diese Vermischung der Genres recht gut. Insbesondere Rebecca und Stefan Mewes sind als Handlungsträger sehr sympathisch und sie wirken sehr lebendig. Aber auch die mysteriösen Charaktere werden vom Autor gut eingeführt.
Wolfsherz ist eigentlich spannend und durchaus fesselnd, erreicht aber bei weitem nicht die Qualität anderer Hohlbein Romane. Es fehlt dem Leser die Möglichkeit, sich mit einer der Personen wirklich zu identifizieren. Dadurch bleibt immer eine gewisse Distanz bestehen und man kann nie wirklich in die Geschichte eintauchen.