Alle Kritiken zu Tanja Kinkel

Wahnsinn, der das Herz zerfrisst

Alle Berichte zu Tanja Kinkel

12. Mai 2010 Stoff! Ich brauch mehr Stoff!

Wahnsinn, der das Herz zerfrisst

(Goldmann 1990, 276 Seiten, 3-442-09729-0)

Gut erzählt, aber mit wenig Atmosphäre

Tja, so kann es gehen, wenn man ein Buch im Rahmen eines Lesemarathons zwischen zwei anderen einfach mal so verschlingt und dann zu lange damit wartet, die Rezension zu schreiben. Ich weiß nicht mehr viel über das Buch zu sagen. Dass ich es innerhalb weniger Stunden weggefressen habe, könnte darauf hinweisen, dass ich total begeistert war, meine Erinnerung ist da aber ein wenig skeptischer. Tanja Kinkel hat zwar auch jeden Fall wieder zeigen können, dass sie schreiben kann, die Handlung hat mich jedoch nicht so fesseln können, wie beispielsweise in Die Puppenspieler.

Inhaltlich geht es in dieser Romanbiografie um den britischen Dichter Lord Byron, seine Karriere und seinen Kampf mit der Liebe zu seiner Halbschwester. Diese ist es, die ihn antreibt und die ihm gleichzeitig in turbulenten Zeiten gleichzeitig Ruhepol und beste Freundin ist. Das England des auslaufenden 18. und des beginnenden 19. Jahrhunderts ist für die Liebe, die beide füreinander empfinden kein Platz.

Wie schon gesagt hat Tanja Kinkel auch hier wieder ihr Schreibtalent unter Beweis gestellt. Sie schreibt flüssig und unterhaltsam und es gelingt ihr, die Atmosphäre und moralische Enge der Zeit einzufangen. Sie zeigt auf, wie Byron an den Moralvorstellungen verzweifelt und sie ihn auf eine Wanderschaft durch Europa treiben. Doch fesselnd fand ich das Buch irgendwie nicht. Es hatte für mich nicht diesen Zauber, dieses Flair, das gerade für historische Romane so eminent wichtig ist.

BC Challenge-Banner Das Buch war für mich der dritte Schritt auf der Challenge Der Geschichte auf der Spur (meine Leseliste) und ich kann damit die Station Zeiten des Umbruchs abhaken.

Da ganz normales Lesen abends im Sessel oder unterwegs im Zug auf die Dauer ein wenig eintönig ist, habe ich für morgen (und übermorgen) was spannenderes geplant: Von 10 Uhr am Donnerstagmorgen bis 10 Uhr am Freitag wird 24 Stunden am Stück gelesen. Und da man sowas ungerne alleine in Angriff nimmt (und ich von alleine auch niemals auf diese Schnapsidee gekommen wäre), findet das ganz im Rahmen des 2. Lesemarathons bei Lovelybooks statt. Hier in diesem Beitrag werde ich euch dann im Laufe des Tages immer wieder von dem Experiment berichten.

Mittwoch, 23:14 Uhr

Bevor es ins Bett geht, hier noch die Bücher, die ich mir für morgen bereit gelegt habe. Natürlich werde ich nicht alle davon lesen können, aber wenn ich zwei oder sogar drei durchbekomme, bin ich vollkommen zufrieden.

Den Anfang wird auf jeden Fall mein aktuelles Buch Halting State von Charles Stross machen. Danach folgt wahrscheinlich Sonea – Die Hüterin von Trudi Canavan. Wenn dann noch Lust und Energie übrig sind, stehen noch zur Auswahl:

Bis morgen dann, ich geh jetzt vorschlafen.

Donnerstag, 11:05 Uhr

Eine Stunde lesen ist ja noch nicht wirklich viel, daher gibt es auch noch nicht viel zu berichten. Fühlt sich aber irgendwie meerkwürdig an, die nächsten 23 Stunden kaum etwas anderes tun zu werden, als auf dem Rücken zu liegen oder im Sessel zu sitzen und zu lesen. Auf jeden Fall hab ich danach wieder viel Material für die kritische Seite.

12:09

Mitten im Showdown vom ersten Buch. Danach geht es dann vom Cyberpunk-Thriller zu Fantasy…

13:06

Jetzt bewege ich mich nicht mehr im Schottland des Jahres 2018, sondern in Kyralia und steige gerade in das druckfrische Rezensionsexemplar von Sonea – Die Hüterin von Trudi Canavan ein. Die ersten 60 Seiten versprechen schon recht viel.

14:08

Wie von Trudi Canavan nicht anders zu erwarten, ist das Buch bislang einfach süffig und liest sich wunderbar weg. 82 Seiten in 55 Minuten sprechen da eine deutliche Sprache.

18:06

Nach acht Stunden und knapp 550 Seiten ist der erste Schwung an Energie und Konzentration aufgebraucht. Ist aber irgendwie spannend zu beobachten, wie ein Tag vorbeifließt, während man einfach so in einem Buch versunken ist. Wenn es dann auf einmal 18 Uhr ist, fragt man sich schon, wo der Tag hin ist und erinnert sich dann an die Reisen und Abenteuer, die man bereits erlebt hat und die einem kein “realer” Tag geboten hätte. Nun mach ich auf jeden Fall mal etwas langsamer, schau ein wenig Fußball und lese dabei ein paar Seiten.

21:28

Nach insgesamt 11 Stunden Lesemarathon habe ich das erste vollständige Buch durch. Und ich muss sagen, dass Sonea – Die Hüterin ein durchaus würdiger Nachfolger der Reihe Die Gilde der schwarzen Magier ist. Eine ausführliche Rezension folgt dann im Laufe des Wochenendes. Nun werde ich mal wieder das Genre wechseln und mich mit Denken hilft zwar, nützt aber nichts von Dan Ariely zu den Sachbüchern begeben.

Freitag, 01:12 Uhr

Jetzt liegt auch t Denken hilft zwar, nützt aber nichts von Dan Ariely hinter mir und die letzte Stunde oder zwei widme ich mich jetzt noch Kind der Zeit von Isaac Asimov und Robert Silverberg.

Freitag, 01:55

Mit 1022 gelesenen Seiten in 15,5 Stunden beschließe ich jetzt auch mal, dass es Zeit für’s Bett wird. Ein Tempo von mehr als 60 Seiten pro Stunde hätte ich mir am Anfang über die lange Strecke echt nicht zugetraut und mit viel Wille, ginge es wohl auch noch eine oder zwei Stunden, aber da mir morgen ein Familienbesuch und 25 Kilometer auf dem Fahrrad bevorstehen, will ich doch noch ein paar Mützen Schlaf abbekommen. Mehr zu den gelesenen Büchern gibt es dann in der nächsten Zeit an dieser Stelle.