Alle Kritiken zu Nancy Kress

Kontakt (Crossfire)
 Feuerprobe (Crucible)

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Feuerprobe (Crucible)

, Teil 2

(Bastei Lübbe 2006, 493 Seiten, 978-3-404-24353-2)

Und wieder ein nahezu perfekter Roman von Nancy Kress.

Ich hatte beide Bücher zwar gleichzeitig gekauft, aber dass Feuerprobe die Fortsetzung von Kontakt ist, habe ich erst im Nachhinein gemerkt. Und wie von Kontakt bin ich auch von Feuerprobe restlos überzeugt. Wieder geht es um die Siedler auf dem Planeten Greentrees, die im ersten Band der Serie zwischen die Fronten in einem langewährenden intergalaktischen Konflikt geraten sind. Nun kommt auf dem Planeten überraschend ein Raumschiff von der Erde an, die Feuerprobe. An Bord ist auch der Kommandant Julian Martin, der die Siedler in ihrem Kampf gegen die Pelzlinge, die Ranken und den Planeten unterstützen will. Als auf dem Planeten erste Konflikte zwischen den unterschiedlichen Volksgruppen aufkochen, nutzt er die Gunst der Stunde, die Menschen in Angst zu versetzen und ihnen zu versprechen, für ihre Sicherheit sorgen zu können. Er entwickelt Evakuierungspläne und bringt die Feuerprobe in Position, um Greentrees gegen fremde Raumschiffe verteidigen zu können. Sein Sicherheitsnetz wird immer enger und so langsam dämmert einigen Siedlern, dass dies nicht unbedingt in ihrem Sinne ist.

War der erste Band in erster Linie ein klassischer Erstkontakt-Roman, der mit einem überraschenden Ende und schweren moralischen Dilemmata angereichert war, stellt Kress hier andere Themen in den Mittelpunkt: Sicherheitspolitik und ihre Gefahren, ethnische Konflikte und den Gegensatz zwischen menschlicher Zivilisation und Natur. Dabei kann sie, wie bei Kontakt durch eine spannende Handlung, glaubwürdige Charaktere und überraschende Wendungen überzeugen und liefert erneut zahlreiche kreative Ideen und Denkanstöße.

Kontakt (Crossfire)

, Teil 1

(Bastei Lübbe 2006, 477 Seiten, 3-404-24345-5)

Unzählige Denkanstöße in einer spannenden und extrem wendungsreichen Story.

Während die Erde unter Krieg, Zerstörung und Umweltkatastrophen leidet, hat der Abenteurer Jake Holman mehrer Guppen zusammengebracht, die auf einer Koloniewelt eine neue Zukunft suchen. Dort angekommen stellen sie jedoch bald fest, dass der Planet nicht, wie erwartet, unbewohnt ist, sondern dass einige kleine Siedlingen existieren, die von kleinen pelzigen Wesen bewohnt werden. Diese unterscheiden sich jedoch zwischen den Siedlungen: Während die einen die Neuankömmlinge sofort attackieren, wirken andere apathisch und nehmen die Menschen kaum zur Kenntnis. Während die Siedler versuchen, die Pelzlinge zu verstehen und ihre Herkunft zu entschlüsseln, häufen sich die Hinweise, dass die seltsamen Wesen nicht auf diesem Planeten entstanden sind. Dann landet auch noch ein fremdes Raumschiff auf dem Planeten und die Menschen merken, dass sie zwischen die Fronten in einem alten Krieg geraten sind. Bald stehen sie vor einer unmöglichen Entscheidung.

Nachdem mich das scheußliche Cover fast davon abgehalten hätte, das Buch zu kaufen, bin ich nach der Lektüre froh, nicht davon auf den Inhalt geschlossen zu haben. In erster Linie ist Kress’ Roman ein klassischer Vertreter der Gattung “Menschen erschließen fremden Planeten, stoßen auf andere Rassen und geraten in einen Konflikt”, durch die Themen, die sie anspricht, kann er sich aber von anderen Romanen dieser Art deutlich abheben. So schildert Kress im ersten Teil, die Suche der Menschen nach einer Möglichkeit, sich mit den Pelzlingen zu verständigen, spannend und ausführlich und verschafft dem Leser den Eindruck, eines angenehm zu lesenden, gemütlichen Romans, der sich eher der Psychologie der Charaktere und der Dynamik der Gruppe widmet. Dann jedoch wendet sich das Blatt und kaum, dass man sich versieht, steckt man inmitten eines brutalen Kriegs. Wenn dann noch Loyalitätskonflikte und schwerwiegende ethische Fragen auftauchen, ist von der anfänglichen Gemütlichkeit nur noch wenig zu spüren und Kontakt wird immer mehr zu einem tiefgründigen und schnellen Page-Turner.