Alle Kritiken zu Jeffery Deaver

Garden of Beasts
 Todesreigen (Twisted)
 Der faule Henker (The Vanished Man)

Alle Berichte zu Jeffery Deaver

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Garden of Beasts

(Hodder & Stoughton 2004, 515 Seiten, 978-0-340-73455-1)

Bisschen schwache Auftragsmörder-sucht-Nazi-Geschichte.

Paul Schumann ist ein Auftragsmörder, der schon 13 Menschen auf dem Gewissen hat, als er 1936 in New York verhaftet wird. Statt eines Prozesses bekommt er das Angebot, mit einer neuen Identität ein neues Leben starten zu können – wenn er vorher noch einen Auftrag ausführt: Für die US-amerikanische Regierung soll er nach Berlin fahren, und dort einen Nazi liquidieren, der ein wichtiger Helfer bei Hitlers Kriegsvorbereitungen ist.

Zusammen mit der Olympia-Mannschaft reist er als angeblicher freischaffender Reporter nach Berlin, um seinen Auftrag auszuführen. Während seiner Vorbereitungen findet er schließlich Unterschlupf bei einer Deutschen, Käthe, die von seinen Plänen zunächst nichts ahnt.

Nach mehreren anderen Romanen Deavers (Twisted, The Vanished Man) fand ich Garden of Beasts eher enttäuschend. Die Erzählung beginnt recht vielversprechend, wird aber auf ihren über 500 Seiten langatmig, wenn auch nie dauerhaft langweilig.

Es drängt sich der Eindruck auf, dass Deavers heute spielende Thriller deutlich besser gelungen sind als dieser, der vor 70 Jahren spielt.

Der Titel hingegen ist ganz schön gewählt, nämlich eine hier ganz gut passende Übersetzung des Berliner Tiergartens.

Der faule Henker (The Vanished Man)

, Teil 5

(Pocket Books 2004, 528 Seiten, 978-0-340-73404-9)

Spannende Geschichte mit einem sehr interessanten Hauptpersonen-Duo.

Ein Mann begeht in einer Musikschule einen Mord und verbarrikadiert sich auf der Flucht vor der Polizei in einem Raum ohne Fluchtmöglichkeit. Als die zwei Polizistinnen den Raum stürmen, ist der Täter verschwunden.
Der Kriminaltechniker Lincoln Rhyme übernimmt mit seiner Assistentin Amelia Sachs den Fall, und die beiden müssen nach weiteren Morden schnell erkennen, dass sie es mit einem Illusionisten zu tun haben. Sie suchen die Hilfe einer Zauberschülerin, um den Mörder bei seiner makaberen Vorstellung aufzuhalten.

The Vanished Man hat mir sehr gut gefallen. Die beiden Hauptpersonen bilden ein sehr interessantes Duo: Lincoln Rhyme, ein genialer Kriminaltechniker, der seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt und seine junge Assistentin Amelia Sachs. Die beiden treten in einer Reihe von Deavers Romanen auf, von denen The Vanished Man mein erster und sicherlich nicht letzter war.
Der Autor erzählt hier eine äußerst spannende und einfallsreiche Geschichte, die besonders durch die interessanten Hintergründe aus der Zauberei und Illusionskunst lesenswert wird. Gut gelungen fand ich auch die Perspektivwechsel und zwischenzeitlichen Erzählungen aus Sicht des Täters, in denen der Leser etwas mehr erfährt als die Hauptpersonen wissen – aber auch nicht zu viel mehr.

Todesreigen (Twisted)

(Hodder & Stoughton 2003, 418 Seiten, 978-0-340-83389-0)

Lesenswerte Sammlung spannender Kurzgeschichten.

Marissa fährt zu ihrem ersten Date seit ihrer Hochzeit, um einen Mann zu treffen, den sie übers Internet kennengelernt hat. Währenddessen gibt sich Joseph, Marissas Date, als Mitarbeiter eines Kabelnetz-Betreibers aus, um am anderen Ende der Stadt in die Wohnung einer Frau zu gelangen und diese umzubringen.
Raymond Hartman ist wegen Mordes angeklagt, will aber auf alle Fälle eine Gefängnisstrafe vermeiden, da er genügend Feinde hat, dass er im Gefängnis nicht lange überleben würde. Staatsanwalt Danny Tribow gibt während des Prozesses kein überzeugendes Bild ab und die Zeugen machen auch den Eindruck, gekauft worden zu sein. Doch Tribow hat für den Fall eines Freispruchs noch ein Ass im Ärmel.

Twisted ist eine schöne Sammlung von 15 Kurzgeschichten, durch die Bank überaus gut geschrieben und voller Spannung. Der Autor hat jedes Mal wieder ein Überraschung parat, mit der er zum Schluss der Geschichten ein völlig neues Bild auf das eben Erzählte wirft, sodass Twisted eines der wenigen Bücher ist, die ich sofort ein zweites Mal gelesen habe.
Wer Romane Jeffery Deavers kennt und mag, dem werden sicherlich auch die Erzählungen hier gefallen – wer den Autor noch nicht kennt, dem sei Twisted empfohlen, um auf den Geschmack zu kommen.
Durchaus auch lesenswert ist hier das Vorwort, in dem Deaver neben einigen handwerklichen Erklärungen auch beschreibt, wie er überhaupt zu den Kurzgeschichten gekommen ist.