Alle Kritiken zu Dan Brown

Diabolus (Digital Fortress)
 Meteor (Deception Point)
 Illuminati (Angels & Demons)
 Sakrileg (The DaVinci Code)

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Sakrileg (The DaVinci Code)

, Teil 2

(Doubleday 2003, 454 Seiten, 0-385-50420-9)

Ein herausragender Roman, eine packende nur-anscheinend-Kriminalgeschichte.

Robert Langdon, eine Koryphäe auf dem Gebiet der Symbologie, ist beruflich in Paris, als ihn die französische Polizei um Mithilfe bei der Aufklärung eines rätselhaften Mordes bittet: Der Kurator des Louvre, Jaques Saunière, wurde innerhalb des Museums ermordet aufgefunden und hat dort eine rätselhafte Nachricht hinterlassen. Die französische Kryptoanalystin Spohie Neveu überzeugt Robert davon, dass er eigentlich der Hauptverdächtige ist, ist aber gleichzeitig felsenfest von seiner Unschuld überzeugt. Gemeinsam machen sich die beiden auf die Suche nach dem Geheimnis, auf das Jaques kurz vor seinem Tod Hinweise hinterlassen hat – eine Suche, die gleichzeitig eine Flucht vor der Polizei wird.

The DaVinci Code wurde von einer Mitstudentin empfohlen mit den Worten “Dieses Buch müsst Ihr lesen!” – und ihrem Urteil schließe ich mich, wenn auch vielleicht nicht ganz so enthusiastisch, an. Die Geschichte ist so fesselnd geschrieben, dass sie mich einige Stunden Schlaf gekostet hat – der Autor hat es mit seinem Erzählstil einfach hervorragend hinbekommen, den Leser erst richtig neugierig zu machen, um ihn dann eine ganze Zeit “zappeln” zu lassen. Die Theorien, die als Ideen der ganzen Handlung zugrundeliegen, würde ich keinesfalls als wilde Verschwörungstheorien abtun, dafür ist The DaVinci Code eindeutig zu überzeugend und mit gründlichen Hintergrundrecherchen geschrieben.

Meteor (Deception Point)

(Pocket Books 2001, 561 Seiten, 0-671-02738-7)

Fesselnder Roman, der beschreibt, wie ein Meteorit den US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf auf den Kopf stellt.

Rachel Sexton arbeitet als Analystin für das Weiße Haus, sie schreibt Zusammenfassungen von Geheimdienst-Berichten. Ihr Vater, Senator Sexton, ist wie der alte Präsident ebenfalls Kandidat für die in Kürze anstehenden Wahlen, sein wichtigstes Wahlkampfthema ist die NASA und deren viel zu hohe Kosten. Da somit ein für den Präsidenten positiver Bericht Rachels besondere Glaubwürdigkeit besitzt, schickt dieser sie auf eine noch geheime NASA-Untersuchung in die Arktis, wo die Entdeckung des Jahrhunderts gemacht wurde: Tief im Eis wurde ein Meteorit gefunden – ein Meteorit, der fossile Insekten enthält. Die Entdeckung scheint wasserdicht, doch so kurz vor den Wahlen kommt sie für die NASA und den Präsidenten zu gut gelegen.

Browns dritter Roman Deception Point baut wie der spätere Da Vinci Code auf einer wilden Verschwörungstheorie auf. Fasst man diese zusammen, so klingt sie ziemlich abstrus – ein gefälschter Meteorit, um den Erfolg eines NASA-Projektes vorzutäuschen – aber der Autor schafft es, daraus eine fesselnde Geschichte um Wahlkampf, Machtkämpfe und die Präsentation einer wissenschaftlichen Entdeckung zu machen. Der Liste seiner Danksagungen nach scheint er dafür die Hintergründe auch gründlich recherchiert zu haben. Abgesehen vom Thema fand ich bei diesem Roman auch die Wahl der Hauptpersonen sehr interessant: Senator Sexton steht gewissermaßen im Zentrum, spielt aber eigentlich keine Hauptrolle – dies tun seine Assistentin und seine Tochter, die für die Gegenseite arbeitet. Fesselnde Spannung erzeugt Brown beim Leser nicht nur, indem er ihn im Laufe der Handlung immer wieder im genau richtigen Maß im Dunkeln lässt, sondern auch durch einen Prolog, der erst einmal für einige Zeit reichlich wenig Sinn macht. Die wesentliche Handlung von Deception Point läuft an nur einem Tag ab – ein Aufbau, den der Autor auch in anderen Romanen benutzt hat. Größtenteils unterstützt diese Dynamik die flüssige Handlung, nur teilweise lässt sie sie etwas hektisch werden.

Illuminati (Angels & Demons)

, Teil 1

(Pocket Books 2001, 569 Seiten, 0-671-02736-0)

Super geschrieben - ohne Zweifel volle Punktzahl.

Der Atomphysiker Leonardo Vetra wird in seiner Wohnung in der Nähe des schweizerischen CERN ermordet aufgefunden. Da er ein Brandmal auf der Brust trägt, das zu einem jahrhundertealten Geheimbund, den “Illuminati” gehört, ruft der Direktor des CERN den Symbologen Robert Langdon aus Harvard zur Hilfe. Leonardo hatte mit seiner Tochter Vittoria an der Gewinnung von Antimaterie gearbeitet, und die beiden waren dabei auch erfolgreich, nur ist ein Kanister mit einem viertel Gramm Antimaterie gestohlen worden – freigesetzt hätte diese eine Sprengkraft von 5 Kilotonnen TNT. Im Vatikan, wo gerade ein Konklave zur Wahl eines neuen Papstes bevorsteht, ist der Kanister gefunden worden – allerdings nur auf dem Bild einer drahtlosen Überwachungskamera, und die schweizer Garde weiß nicht, von wo im Vatikan die Kamera sendet. Vittoria und Robert machen sich sofort auf nach Rom, um die Katastrophe zu verhindern, die bevorsteht, wenn die Batterien der Magnetfalle des Kanisters in weniger als sechs Stunden leer sind.

Robert Langdon werden viele schon aus The DaVinci Code kennen – es ist natürlich umgekehrt: Der Autor lässt Langdon später im DaVinci Code wieder auftreten. Eigentlich überrascht es mich etwas, dass Brown erst mit jenem späteren Roman richtig bekannt wurde (ich hatte vorher auch noch nichts von ihm gelesen) – Angels & Demons ist genauso klasse geschrieben. Im Wesentlichen unterscheidet dieser Roman sich von Browns sonstigen Werken ohnehin kaum: aufgebaut auf einer recht wilden Verschwörungstheorie, voll, aber nicht abschreckend voll, von aktueller Wissenschaft, die Handlung zur weiteren Verstärkung der Spannung in einen einzigen Tag gepackt. Der Leser ist allerdings auch sehr versucht, das Buch nicht wesentlich länger aus der Hand zu legen. Zu Dan Brown bleibt eigentlich nur zu sagen: Weiter so!

Diabolus (Digital Fortress)

(St. Martins 2004, 429 Seiten, 0-312-99542-3)

Super spannender und intelligenter High-Tech Thriller.

Die amerikanische NSA hat den ultimativen Schritt getan, um die gesamte weltweite Kommunikation zu überwachen: In ihren Räumlichkeiten steht hochgeheim, der leistungsfähigste Computer der Welt, der jeden Code innerhalb weniger Minuten brechen kann – auch und gerade die modernen Public-Key Codes (z.B. RSA). Eines Tages trifft jedoch eine Datei im Computer ein, die diesen für mehr als 15 Stunden beschäftigt und immer noch nicht entschlüsselt ist. Alle halten diese Datei für einen Virus, der irgendwie um die Filter herum gekommen ist, doch der Direktor der Abteilung ist sich sicher, die Datei enthielte das Verfahren nach dem sie verschlüsselt wurde. Ein Japaner und ehemaliger Mitarbeiter behauptet nämlich genau dies und bietet dieses Verfahren im Rahmen einer Auktion zum Kauf an. Doch der Kryptologin Susan Fletcher kommen Zweifel daran und schon bald findet sie sich in einem Strudel aus unübersichtlichen Ereignissen und gerät in ein Katz- und Maus-Spiel mit ständig wechselnden Rollen.

Zwar eigentlich ganz anders als Dan Browns Besteller The DaVici Codeund Illuminati aber doch eben wieder typisch Dan Brown: ein sehr gut recherchierter und intelligent beschriebener wissenschaftlicher oder mystischer Hintergrund, ein absoluter Spitzenwissenschaftler auf diesem Gebiet und dunkle Verschwörungen und Geheimnisse. In Digital Fortress schafft es Brown aber wieder absolut vorzüglich, diese Zutaten zu einem mega spannenden und intelligenten, diesmal High-Tech-, Thriller zu verschmelzen.