Neal Stephenson und die Zukunft des Buchs
Ankündigungen und Neuerscheinungen, Bücher mal anders, Neal Stephenson, Fantasy, Science-Fiction
Nach seinem letzten Roman Anathem, der vor Kurzem auch in Deutschland erschienen ist, war es etwas ruhig um Neal Stephenson geworden. Der amerikanische Autor, der durch seine langen und komplexen Romane bekannt geworden ist und der sich eigentlich immer mit der Wissenschaft und ihren Auswirkungen auf die Menschheit auseinandersetzt, stellt sich mit seinem jetzt angekündigten Projekt selbst an die Spitze der technisch-medialen Entwicklung: Zusammen mit dem von mir sehr geschätzten Greg Bear, anderen Autoren, Programmieren, Künstlern, Filmemachern und anderen Medienschaffenden will er mit seinem Unternehmen Subutai ein wahrhaft multimediales “Buch” erschaffen. Nicht auf Papier, sondern für Lesegeräte wie das iPad, das iPhone oder den Kindle. Dabei sollen Texte, Videos, Spiele und Social-Media-Elemente nach und nach erscheinen und vom Leser in einer Art Abonnement bezogen werden. Nach einiger Zeit sollen die Leser sich dann sogar selbst an der Erschaffung und Ausarbeitung der Welt beteiligen.
Doch nun genug zum Technischen und ab zum Inhalt, über den leider bisher nur wenig bekannt ist: Laut der Facebook-Seite des Projekts, das den Titel Mongoliad (Website) tragen wird, steht das Jahr 1241 im Mittelpunkt, in dem ganz Europa kurz davor steht, von einer Mongolen-Invasion überrannt zu werden. Ich vermute dahinter einen “Alternate History”-Roman, in dem die Mongolen Europa tatsächlich erobern und seine Geschichte damit vollkommen verändern. Das böte für die Zukunft viel Raum, da sich diese Welt ja theoretisch bis in eine ferne Zukunft fortschreiben ließe. Ich vermute, dass Stephenson sich dann irgendwann aus der Welt zurückziehen und diese ihrer Eigendynamik überlassen wird. Im besten Falle, stellt Mongoliad dann vielleicht tatsächlich den Anfang eines neuen Medien-Universums dar, dass sich ähnlich wie Star Wars oder Star Trek im Laufe der Zeit in alle Richtungen verzweigt.
Lassen wir uns überraschen. Wenn es die App für irgendeines meiner Geräte gibt, werde ich hier auf jeden Fall über dieses spannende Experiment berichten.
(Via: io9)







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